Mitgliederversammlung vom 07. März 2014

Westallgäuer Zeitung

Behinderten-Beirat wünscht sich Aktionsplan

Der Behinderten-Beirat im Landkreis Lindau hat bei seiner ersten Jahreshauptversammlung einen Antrag an den Landkreis gestellt.
Danach soll die Aufstellung eines Aktionsplanes zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention "möglichst im Laufe des Jahres 2014" in die Wege geleitet werden.
Zuvor hatte mit Thomas Bannasch, der Leiter des Koordinierungsbüros zur Umsetzung in der Stadtverwaltung München, aufgezeigt, wie der
Aktionsplan dort in Arbeitsgruppen bis 2013 entwickelt wurde.
Von den Vereinten Nationen (UN) verabschiedet wurde die Konvention bereits 2006. Deutschland gilt sie seit 2008. Es gehe dabei nicht
darum, spezielle Rechte für Menschen mit Behinderung zu definieren, sondern die existierenden Menschenrechte aus Sicht von Behinderten
zu untersuchen. Seine Ausführungen über die Strukturen bei der Entwicklung des Aktionsplanes in München waren sehr detailreich.
Eine Übertragung auf die Verhältnisse im Landkreis dürfte schwer fallen. So ging Bannasch auf die verschiedenen Referats-Zuständigkeiten und die insgesamt 33000 Mitarbeiter der dortigen Stadtverwaltung ausführlich ein. Gänzlich andere Bedingungen
gibt es im Landkreis mit seinen rund 80000 Einwohnern.
Konkrete Beispiele aus den 47 von Arbeitsgruppen in München entwickelten Maßnahmen nannte Bannasch nur wenige. So soll eine bedarfsgerechte ambulante gynäkologische Versorgung von mobilitätsbehinderten Frauen entstehen, denn: "Bislang gab es keinen entsprechend ausgestatteten Frauenarzt in der Millionenstadt München."
Auch sollen Lehrkräfte und Erziehungspersonal sensibilisiert und geschult werden. Pflichtig sei, so Bannasch, dass jeder Teil einer
Verwaltung begreife, dass das Thema nicht Aufgabe einer Sozial-Abteilung sei, sondern jeden betreffe.
Kritisch äußerte sich Bannasch zu speziellen Behinderten-Werkstätten. Besser wäre aus seiner Sicht eine Integration in den ersten Arbeitsmarkt.
Der Vorsitzende des Beirates, Eike von Hoyer, beschrieb die Arbeit im ersten Jahr nach der Vereinsgründung. 2013 erfolgte die Umstrukturierung des 1998 gegründeten Beirates als eingetragener Verein. Heute gehören ihm acht Selbsthilfegruppen, sechs soziale Träiger, sieben Einzelmitglieder, zehn Gemeinden und der Landkreis an. Ein wichtiges Thema seien Bauprojekte. Allein 50-mal
nahm der Beirat zur Barrierefreiheit von Gebäuden Stellung. Hier stand auch der Besuch von Fachtagungen an. Zudem wurden speziell Apotheken im Landkreis hinsichtlich ihrer Barrierefreiheit untersucht. Die Ergebnisse bezeichnete von Hoyer als "erfreulich".
Wichtig ist dem Beirat überregionale Vernetzung. So wurden Kontakte in die Schweiz gepflegt. Auch mit dem Seniorenbeirat ist der Kontakt eng, denn: "Alter und Behinderung stehen oft im Zusammenhang". Jeder vierte Behinderte sei 75 oder älter.
Für Landrat Elmar Stegmann leistet der Beirat eine wertvolle Arbeit. Barrierefreiheit sei ihm wichtig. Deshalb seien die publikumsintensiven Bereiche des Landratsamtes auch in Bregenzer Straße zusammengefasst worden, die leichter erreichbar
sei. Stegmann räumte ein: "Wir haben in den letzten Jahren viel getan, stehen aber in vielen Bereichen erst am Anfang." ( owi)

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